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14. 02. 2019 - Sachsen: Automatenbranche fordert neue Regeln

Sachsen: Automatenbranche fordert neue Regeln

Vertreter der Automatenbranche forderten bei einem Pressegespräch in Leipzig ein Umsteuern in der Regulierung des gewerblichen Spiels.

Die Situation gewerblicher Spielhallen und die Entwicklung illegaler Spielangebote in Sachsen waren die zentralen Inhalte eines Pressegesprächs, das am 13. Februar in Leipzig stattfand. Repräsentiert wurde die Branche durch die Verbandsvertreter Georg Stecker, Vorstandssprecher der Deutschen Automatenwirtschaft, Thomas Breitkopf, Präsident des Bundesverbands Automatenunternehmer und 1. Vorsitzender des Verbands der Automatenkaufleute Berlin und Ostdeutschland (AV), und Andreas Wardemann, Vorstandsmitglied AV.

"Während in Sachsen gewerbliche legale Spielhallen durch Abstandsregelungen und das Verbot von Mehrfachkonzessionen mehr und mehr verschwinden, bestimmen gesetzeswidrige Café-Casinos, Shisha-Bars und Wettbüros das Bild ganzer Straßenzüge", heißt es in der Pressemitteilung zur Veranstaltung. Ein besonderer Brennpunkt sei die Eisenbahnstraße in Leipzig. Allein hier würden 14 sogenannte spielhallengeprägte Gastronomiebetriebe existieren, die dem schwarzen beziehungsweise grauen Glücksspielmarkt zuzuordnen seien – vier von ihnen hätten erst in den vergangenen Monaten eröffnet. Die letzte verbliebene gewerbliche Spielhalle werde hingegen in den kommenden Wochen schließen müssen, da sie zu nah an einer Schule liege.

Dass die Leipziger Eisenbahnstraße kein Einzelfall ist, weiß Georg Stecker: "Die fehlgeleitete Regulierung des Marktes spielt dem illegalen Spiel bundesweit in die Hände." Die Branche fordert deshalb ein Umsteuern in der Regulierung. "Mit Sorge sehen wir, dass die aktuelle Regulierung nach Größe und Abstand der Spielhallen die legalen Spielangebote schwächt und Freizeitspieler in illegale Angebote, etwa im Internet, in Hinterzimmern oder in der Scheingastronomie, gedrängt werden. Es gilt, das legale Spiel zu stärken, um den Schwarzmarkt auszutrocknen. Nur so kann effektiver Spielerschutz gewährleistet werden. Deshalb fordern wir, nach Qualität zu regulieren und nicht mit dem Zollstock", so Stecker weiter.

"Die derzeitige Regulierung trifft die falschen Unternehmen und begünstigt das illegale Spiel", bestätigt Andreas Wardemann. "Die illegalen Anbieter stoßen genau in die Lücke, die durch die Schließungen legaler Spielhallen entsteht.

Wenn es um die Bekämpfung des illegalen Marktes geht, sieht Thomas Breitkopf die größten Chancen in der stärkeren Kontrolle von illegalen Glücksspielangeboten. "Ordnungskräfte müssen härter gegen Betreiber von Café-Casinos vorgehen", sagt Breitkopf. "Zudem darf das legale Spiel nicht weiter geschwächt werden. Gewerbliche Spielhallen halten sich an die Jugend- und Spielerschutzvorgaben. Wenn diese geschlossen werden, wandern Freizeitspieler in die Illegalität ab und spielen dort ungeschützt", so Breitkopf weiter.



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